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Hessen Cup. Tagebuch. Erfahrungsbericht eines Anfängers

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  • Hessen Cup. Tagebuch. Erfahrungsbericht eines Anfängers

    Tagebuch Hessencup 2015

    Vorgeschichte:Parkplatz oder die Kiesgrube bieten nur bedingt die Herausforderung, die man als Modellbau- und Motorsportfreak sucht. Für fast jedes Modell gibt es geniale Updates und Tuningteile: Differentialöle, Federn oder Reifen mit unterschiedlichem Profil und in verschiedenen Härtegraden…Setupmöglichkeiten bis zum Abwinken.

    RC Sky Treffen 2013&2014: Das Rennfieber hat mich gepackt! Also ab auf die Rennstrecken in der Umgebung von Mannheim. Mit Reely und Co ist hier nicht viel zu holen. Gebrauchte Modelle alle Art auf Ebay erstanden und schnell war ich mir sicher: 1:8 Offroad Elektro ist mein Ding. Mit dem MAC Dannstadt war auch nach kurzer Suche ein Verein gefunden und dem Losi 8ight e 3.0 ein geeignetes und wettbewerbstaugliches Baukastenchassi. Nach einigen Wochenenden und vielen Akkuladungen später wollte ich weitere Rennen fahren. Aber wo? Nach zwei oder drei Abenden vor dem PC und Google war klar: Fast alle Rennen des Hessencups waren max. 2 Autostunden entfernt. Und deren Motto ist immerhin „Dabeisein, mitmachen, ans Ziel kommen…“ Das Reglement ist ebenfalls total offen und man könnte selbst mit jedem RTR 1:8 Buggy teilnehmen.


    Erste Teilnahme: Dabeisein, mitmachen, ans Ziel kommen?

    MSC Ober Mörlen: Der erste Eindruck war krass. Nicht nur, dass es auf der ganzen Hinfahrt bis zur Ankunft geregnet hat, die Strecke war tatsächlich noch viel schwieriger und vom Layout völlig anders als ich es auf youtube gesehen oder erahnt hatte. Die ersten Trainingsläufe mussten wegen Nässe ausfallen. Ich war schon aufgeregt genug, da ich den Ablauf von einem solchen WE nicht kannte und für die Strecke waren deutlich mehr Trainingseinheiten nötig als ich bisher hatte. Die vom MAC Ober Mörlen bereitgestellten Zelte waren von verschiedenen Teams bereits reserviert und ich wurde nicht gerade freundlich daran erinnert, dass ich mir einen anderen Platz im Fahrerlager suchen sollte. 10 Zelte weiter hatte ich endlich einen Platz für meinen „Rennstall“ gefunden und war eigentlich bereit, direkt wieder die Heimreise anzutreten, ohne auch nur eine Runde gefahren zu haben.

    Nach einer Durchsage war klar wo und wie ich die vorgeschrieben Reifen erwerben konnte. Startnummern habe ich ebenfalls dort bekommen. Warum also nicht wenigstens das eine verbliebene Training fahren? Nach dem Trainingslauf kamen die Vorläufe. Im ersten Vorlauf habe ich allen schön Platz gemacht. Es hat sich niemand über meinen Fahrstil beschwert und mit der Zeit konnte ich auf die Hilfe von verschiedenen Fahrern zählen, die mir Tips und Tricks verrieten. Dennoch: Nach einem Tag war ich völlig platt und habe die Heimreise angetreten. Das Auto lag nicht und die Anderen konnten einfach doppelt so schnell um die Kurven. Mein Setup war für´n Ar… Der Zeitrückstand auf die anderen Teilnehmer war gewaltig.

    2. Teilnahme: ESV Bischofsheim

    Zurück in Dannstadt hat ein Vereinskollege den Fehler am Chassi schnell gefunden. Die oberen Querlenker waren ab Werk völlig starr und die Federung konnte nicht richtig arbeiten. Jetzt läuft das Ding!? Zusätzlich noch die Platten in den Stoßdämpfern aufgebohrt, dünneres Öl und es war um Welten besser.
    In Bischofsheim war strahlender Sonnenschein und das Auto lag deutlich besser. Pro Trainingslauf wurden die Rundenzeiten schnell besser. Statt mit deutlichen Rückstand konnte ich nun ein paar wenige Fahrer hinter mir lassen. Nach den Vorläufen konnte ich halbwegs mithalten. Die Rennen am nächsten Tag habe ich mir aber erneut nicht zugetraut.

    3. Teilnahme: MAC Hütschenhausen

    Dieses Wochenende steht das Rennen beim MAC Hütschenhausen an und ich freu mich wie ein Schnitzel. Gestern, bei meinem Heimatverein in Dannstadt, haben wir noch einige Verbesserungen am Auto vorgenommen. Ein erfahrener Wettbewerbsfahrer hat meinen Losi 8ight unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die Diffs und die Dämpfer völlig bescheiden befüllt waren. Die Diffs hatte ich nach den Setupsheets der Bauanleitung befüllt. Die waren so starr, dass sie vor allem den Vortrieb begünstigt haben, um die Kurven bin ich als Anfänger damit natürlich nicht gekommen. Im Heck hab ich nun 3000er statt 5000er Öl. Die Dämpfer habe ich nun mit 5500er befüllt. Das Untersteuern ist damit deutlich besser geworden, das Anbremsen in die Kurven ebenfalls. Die Tage wird das Difföl vorne noch runtergesetzt. Das sollte das Untersteuern in engen Kurven beheben.
    Zuletzt geändert von KaputttronikerMA; 21.09.2015, 23:43.

  • #2
    AW: Hessen Cup. Tagebuch. Erfahrungsbericht eines Anfängers

    3.1: Hütschenhausen- Es gibt noch !!! VIEL !!! zu lernen

    Um mal mit dem Fazit zu beginnen: Platz 12 von 17. Im Halbfinale als 6. ausgeschieden und somit das Finale um genau einen Platz verpasst. Es hat wieder richtig Laune gemacht, die Strecke war relativ gut zu bewältigen und super nette Leute kennengelernt.

    Die Trainingsläufe:
    Die Strecke war am Samstag zuerst noch leicht feucht, dafür lag mein Auto super. Die Änderungen an den Diffs und den Dämpfern haben sich ausbezahlt. Nach den ersten drei Trainingsläufen wurden die Zeiten immer konstanter und besser. Danach wurde die Strecke trocken und griffiger. Mit einem neuen Satz Reifen Sandy soft ging es gleich deutlich unter die 40 Sekundenmarke.

    Die Vorläufe:
    Es geht gar nichts mehr. Das Auto übersteuert wie blöd, besonders wenn ich Speed in der Kurve wegnehme. Mit Speed in die Kurve und es liegt wie eine Eins, Gas weg und ich hänge in der Streckenbegrenzung, schnelle Richtungswechsel sind unfahrbar…
    Kleine Änderungen an der Vorspur, der Fahrzeughöhe und am Sturz bewirken, dass ich bei jedem Vorlauf erstmal ein paar Runden brauche um mich an das neue Fahrverhalten zu gewöhnen und völlig verunsichert Platz um Platz verliere. Die Sicherheit aus den ersten beiden Trainingsläufen ist völlig verschwunden.

    Der Sonntag: Die letzten beiden Vorläufe
    Es wird immer schlechter. Ich bin so nervös und beende die Vorläufe auf Platz 14, im Schnitt mit einer 45er Rundenzeit. Unter die 40 Sekunden geht es gar nicht mehr.
    Das Halbfinale:

    Da die Teilnehmerzahl überschaubar ist, qualifizieren sich alle Fahrer für die Halbfinals. Ich bin so nervös, dass ich in der Einführungsrunde gleich drei Mal auf dem Dach liege.
    Von der Startposition 8 geht es ins Rennen. Vollgas und möglichst weit außen bleiben war der Plan, zuminderst um den Crashs ausweichen zu können. Die Plätze 7-5 crashen tatsächlich und ich bin auf Rang 5. Eine Runde später, ein weiterer Crash und ich bin auf Platz 3. Jetzt blos keine größeren Fehler und ich müsste eigentlich ganz gut abschneiden. Aber es sind noch ca. 8 Minuten zu fahren. Da die anderen sich ständig über die Autos fahren, bleibt das auch eine ganze Weile so. Bis drei Runden vor Schluss bin ich auf Platz 5. Mehrere nicht ganz faire, getimte oder gekonnte Überholmanöver meiner Kontrahenten haben entweder die Anderen von der Bahn befördert oder eben mich selbst. Ich sehe einen Wagen mit aufgeblähten Reifen schnell aufholen und denke, dass es sich um den Führenden handelt. Trotz mehrfacher Bitte an die Sprecherin, werden die Zwischenstände gar nicht, die Überrundungen nur sporadisch angesagt. Ich möchte aber den Profis natürlich nicht das Rennen kaputt machen. Ich achte also mehr auf die Anderen als auf mich. Von außerhalb der Strecke kommt ein Wagen langsam zurück und befördert mich aufs Dach. Eine Kurve weiter und diesmal haut mich der schnelle Wagen weg. Platz 6! Ausgeschieden.
    Um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung ob es gegen Ende wirklich so abgelaufen ist. Man verliert den Überblick völlig. Die ersten beiden Plätze haben mich 2 Mal überrundet, also 17 statt meiner 15 Runden gefahren. Auf welchem Platz ich war, war mir gegen Ende nie klar. Ob ich überrundet oder überholt wurde noch viel weniger.

    Was habe ich aus den beiden Tagen gelernt?

    1.Finalläufe
    Hilfe suchen: Als Elektrofahrer wurde ich bisher bei jeder Veranstaltung gebeten, bei dem ein oder anderen Nitro Fahrer beim Einsetzen und Tanken auszuhelfen. Zuletzt sogar bei zwei Fahrern im selben Rennen (hab noch nie so geschwitzt was falsch zu machen). In Zukunft bitte ich einen Nitrofahrer mir die Zwischenstände, genauer gesagt meine Platzierung, durchzugeben. Im Hessencup helfen sich in der Regel alle gegenseitig gerne.
    Ellbogen: Wenn du von der Strecke befördert wirst und er nicht wartet, fahre ebenfalls hart gegen diesen Gegner. Ansonsten gilt das Gentlemen Agreement.
    Ich bezweifle, dass man im Mittelfeld den Überblick behalten kann. Wenn dir nicht gesagt wird, dass du überrundet wirst, fährst du eben wie gegen einen direkten Kontrahenten. Und dem wird nicht Platz gemacht.

    2.Set up
    Enger um die Kurven ist nicht gleich schneller: Mein Losi 8ight reagiert extrem auf die Veränderung der Vor/- Nachspur, vor allem unter Last vs. Offpowersteering . Die Kurvenradien sind völlig unterschiedlich. Je mehr off-power Lenkung ich dem Wagen gegeben habe, desto langsamer wurden meine Rundenzeiten. Man kommt zwar toll um die engen Kurven, verliert dafür aber viel an Gefühl im Allgemeinen.
    Ans Limit gehen: Wenn man sich, unerfahren was Setup und Strecke angeht, in langsamer Fahrt an das neue Setup gewöhnen möchte, bringt das nichts. Ein Modell verhält sich beim langsamen Fahren völlig anders, als wenn man relativ nahe an sein Limit geht.
    Tipps von Anderen: Es ist krass, wie sehr die Tipps von unterschiedlichen Fahrern zum selben Setup-Problem variieren. Mein derzeitiger Stand ist, dass ich die diffs wieder mit dickerem Öl befüllen sollte. Alle hatten nur eins gemein. Es ist super schwer einen Losi 8ight gut einzustellen. Nimm lieber einen Mugen, der verzeiht als Anfänger mehrJ

    3.Es macht von Rennen zu Rennen mehr Spaß


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    • #3
      AW: Hessen Cup. Tagebuch. Erfahrungsbericht eines Anfängers

      Ein paar Impressionen:

      MSC Ober Mörlen:
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