DJI Naza und andere DJI Produkte
Du fliegst noch eine Naza-M, Naza-M Lite oder V2? Hier bekommst du Hilfe zu DJI Assistant, Kompasskalibrierung, Blinkcodes, Gains und Failsafe.
Passend dazu: 3DR APM · MultiWii & MegaPirate · alle Flight Controls | Im RC-Glossar: Autopilot-Elektronik
DJI Naza-M einrichten, kalibrieren und Fehler beheben
Kurz gesagt: Hier geht es um die DJI-Flugsteuerungen Naza-M, Naza-M Lite und Naza-M V2, die in vielen selbst gebauten Multikoptern stecken. Du bekommst Hilfe bei Einrichtung mit dem DJI Assistant, Kompasskalibrierung, Blinkcodes, Gains und Failsafe – und bei Fragen zu anderen DJI-Produkten.
- Was ist die DJI Naza?
- Flugmodi, Gains und Software
- Einbau, Kalibrierung und Failsafe
- Typische Probleme und wie du sie löst
- So bekommst du hier schnell gute Antworten
- Häufige Fragen
Was ist die DJI Naza?
Die DJI Naza-M ist eine Flugsteuerung für Multikopter, die um 2012 bis 2015 zu den beliebtesten Systemen für selbst gebaute Kopter gehörte. Es gab sie als Naza-M, als günstigere Naza-M Lite und als weiterentwickelte Naza-M V2; bekannt wurde sie vor allem durch ihre einfache Einrichtung.
Mit dem GPS-/Kompassmodul hält eine Naza die Position und fliegt bei Verbindungsverlust zum Startpunkt zurück. Für viele Selbstbauer war sie damit der Schritt vom reinen Lagestabilisator zur Autopilot-Elektronik – lange bevor fertige Kameradrohnen das selbstverständlich machten.
Heute baut DJI vor allem fertige Drohnen wie die Mavic-, Mini- und Air-Serie. Die Naza-Systeme laufen aber in vielen Eigenbauten weiter, und Ersatz und Know-how findest du vor allem in der Community. Hier besprichst du Naza-Probleme genauso wie Fragen zu anderen DJI-Produkten.
Flugmodi, Gains und Software
Eingerichtet wird die Naza über die DJI-Assistant-Software am PC, und auch Firmware-Updates laufen darüber. Dort legst du Kopter-Typ und Motorbelegung fest, gibst die Einbauposition von Steuerung und GPS-Modul ein, kalibrierst die Sendersignale und stellst Failsafe und Spannungsüberwachung ein.
Drei Flugmodi stehen zur Wahl. Im GPS-Modus hält der Kopter Höhe und Position. Im ATTI-Modus hält er die Höhe und richtet sich waagerecht aus, hält aber keine Position – er driftet mit dem Wind. Im Manuell-Modus fehlt die Selbstnivellierung, der Kopter fliegt dann ähnlich wie im Acro-Modus anderer Systeme; ohne Übung ist das nichts für den Ernstfall.
Wie kräftig die Naza auf Abweichungen reagiert, bestimmen die Gains: Basis-Gains für Nick, Roll, Gier und Vertikal sowie Lage-Gains für die Selbstnivellierung. Sie erfüllen eine ähnliche Aufgabe wie die PID-Werte anderer Flugsteuerungen. Die Lage misst die Naza mit Gyro und Beschleunigungssensoren im Hauptmodul.
Den Status zeigt die LED: Ihre Farbe nennt den Flugmodus – Gelb für ATTI, Grün für GPS –, zusätzliche rote Blinkzeichen weisen auf schwachen GPS-Empfang hin. Dazu kommen Warnungen etwa bei niedriger Spannung oder Sensorfehlern; die vollständige Tabelle steht in der Anleitung deiner Version.
Einbau, Kalibrierung und Failsafe
Montier das Hauptmodul möglichst nah am Schwerpunkt, gedämpft und mit dem Pfeil nach vorn, und trag die Position des GPS-Moduls relativ zur Steuerung im Assistant ein. Das GPS-Modul gehört ebenfalls mit dem Pfeil nach vorn auf einen Mast, weit weg von Stromkabeln, Reglern und Akku.
Vor dem ersten Flug kalibrierst du im Assistant die Sender-Endpunkte und bei Bedarf den Gasweg der Regler. Danach folgt die Kompasskalibrierung, der sogenannte Dreh-Tanz: Du startest sie über den Modusschalter und drehst den Kopter erst waagerecht und dann mit der Nase nach unten jeweils einmal um die eigene Achse, bis die LED den Erfolg anzeigt. Wiederhol sie an neuen Flugorten und nach Umbauten.
Den Failsafe richtest du so ein, dass der Empfänger bei Signalverlust den Moduskanal in die Failsafe-Stellung bringt – im Assistant siehst du dann, ob die Naza den Failsafe erkennt. Wie du das am Empfänger einstellst, hängt vom System ab; bei manchen Spektrum-Empfängern wird die Failsafe-Position beim Binden festgelegt. Teste das Ganze ohne Propeller, indem du den Sender ausschaltest.
Für die ersten Flüge startest du mit den Standard-Gains und passt sie schrittweise an. Planst du einen neuen Kopter mit Naza, prüf vorher, ob Teile und die Assistant-Software für deinen Rechner noch verfügbar sind.
Typische Probleme und wie du sie löst
Kreist der Kopter im GPS-Modus in immer größeren Bögen um seinen Standort, ist das der bekannte Toilet-Bowl-Effekt. Meist ist das GPS-/Kompassmodul verdreht montiert oder der Kompass wird durch Stromkabel gestört. Richte den Pfeil exakt nach vorn aus, setz das Modul auf einen höheren Mast und kalibrier den Kompass neu.
Zieht der Kopter im ATTI-Modus ständig in eine Richtung, liegt das oft am Schwerpunkt, an einer schiefen Einbaulage oder an einem Versatz im Beschleunigungssensor. Prüf zuerst Schwerpunkt und Montage und gleich dann die Sensoren im Assistant ab. Etwas Drift ist im ATTI-Modus allerdings normal, weil er keine Position hält.
Hebt der Kopter schon im Standgas ab oder laufen die Motoren unterschiedlich an, sind meist Gasweg der Regler, Leerlaufdrehzahl oder die Senderkalibrierung nicht sauber eingestellt. Blinkt die LED ständig rot oder lässt sich der Kopter nicht starten, hilft die Fehleranzeige im Assistant weiter – häufige Ursachen sind Sensorfehler, eine fehlende Kompasskalibrierung oder eine Spannungswarnung.
Schwingt der Kopter oder wackelt er nach dem Abstoppen nach, sind die Gains zu hoch; wirkt er träge und schwammig, eher zu niedrig. Ändere immer nur einen Wert in kleinen Schritten.
So bekommst du hier schnell gute Antworten
Nenne in deiner Frage die genaue Naza-Version mit Firmware, den Kopter-Typ, Motoren, Regler, Akku, Sender und Empfänger. Beschreib die LED-Blinkfolge so genau wie möglich und häng einen Screenshot deiner Einstellungen im Assistant an.
Fragen zu anderen Flugsteuerungen stellst du in den Nachbarforen 3DR APM und Clones und MultiWii und MegaPirate, den Überblick über alle Systeme gibt es bei den Flight Controls. Geht es um Rahmen und Antrieb, hilft dir das Forum für den Quadrocopter weiter.
Praxistipps
- Notier dir Gains und Einstellungen aus dem Assistant, bevor du ein Firmware-Update aufspielst.
- Kalibrier den Kompass nicht neben Autos, Metallzäunen oder auf Stahlbeton, sonst lernt er die Störung gleich mit.
- Starte im GPS-Modus erst, wenn die LED keine roten Blinkzeichen mehr zeigt und genug Satelliten empfangen werden.
- Üb regelmäßig im ATTI-Modus, damit du den Kopter bei GPS-Ausfall sicher von Hand zurückholen kannst.
- Lade die Flugakkus mit Balancer, nie unbeaufsichtigt, und lagere sie bei etwa 3,8 V pro Zelle.
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Häufige Fragen
Was bedeuten die Blinkcodes der Naza-LED?
Die Farbe zeigt den Flugmodus: Gelb steht für ATTI, Grün für GPS. Rote Blinkzeichen danach weisen auf schwachen GPS-Empfang hin, andere Muster warnen etwa vor niedriger Spannung oder Sensorfehlern. Die vollständige Liste steht in der Anleitung zu deiner Naza-Version.
Was ist der Unterschied zwischen GPS- und ATTI-Modus?
Im GPS-Modus hält der Kopter Höhe und Position – lässt du die Knüppel los, bleibt er stehen. Im ATTI-Modus hält er nur die Höhe und richtet sich waagerecht aus, treibt aber mit dem Wind ab. ATTI ist die Rückfallebene, wenn das GPS ausfällt.
Lohnt sich eine Naza heute noch?
Für einen bestehenden Kopter, der zuverlässig fliegt, durchaus – die Naza ist bewährt und einfach zu bedienen. Für einen Neubau eher nicht: DJI konzentriert sich längst auf Fertigdrohnen, Teile gibt es oft nur noch gebraucht, und offene Systeme wie ArduPilot oder INAV bieten heute mehr Möglichkeiten.